Was in unserer Werkstatt verarbeitet wird, ist keine Standardware. Jede Pflanze hat eine Geschichte, einen Erntezeitpunkt und eine spezifische Trockenmethode, die über ihre spätere Qualität entscheidet.
Getrocknete Pflanzen sind ein breites Feld. Zwischen billigen Importware und sorgfältig ausgewählten botanischen Materialien liegt ein erheblicher Unterschied, der sich in Farbe, Struktur und Haltbarkeit zeigt. Wir beschreiben hier, welche Pflanzen wir verwenden und warum.
Mehrere Eukalyptussorten finden Verwendung, je nach gewünschter Textur und Farbe. Silber-Eukalyptus (Eucalyptus cinerea) mit seinen runden Blättern, stabförmiger Eukalyptus für Kränze mit klarer Linie. Getrocknet behält er seinen charakteristischen Duft über Wochen.
Helichrysum bracteatum, die klassische Strohblume, ist eine der wenigen Pflanzen, die beim Trocknen kaum Farbe verliert. Von Cremeweiß über Gelb bis Bordeaux. Der papierartige Charakter der Blütenblätter ist kein Makel, sondern Merkmal.
Cortaderia selloana in Naturweiß, Rosa und Graubeige. Die langen Federwedel brauchen Raum. Sie funktionieren als Einzelakzent in einer Vase ebenso gut wie als Bestandteil größerer Arrangements für Hotelfoyers oder Empfangsbereiche.
Hasenschwanzgras ist zart und beweglich. Kleine, ovale Ähren in Cremeweiß, die Arrangements eine weiche Textur geben. Besonders im Frühjahr eingesetzt, wenn leichte, luftige Kompositionen entstehen sollen.
Das Silberblatt oder Judaspfennig ist für seine transparenten, münzförmigen Samenschoten bekannt. Diese Lichtdurchlässigkeit macht Lunaria zu einem besonderen Gestaltungselement, das Tiefe in Arrangements bringt.
Xeranthemum und Anaphalis sind zwei Immortellenarten, die wir regelmäßig verarbeiten. Beide behalten ihre Form beim Trocknen ohne Schrumpfung. Wachsblumen (Cerinthe) ergänzen das Sortiment mit ihren blauvioletten Tönen.
Nicht jede Lieferung wird verwendet. Pflanzen, die zu früh oder zu spät geerntet wurden, verlieren beim Trocknen ihre Form oder Farbe ungleichmäßig. Wir prüfen jede Lieferung vor der Verarbeitung.
Ein Teil der Materialien stammt aus deutschem Anbau, insbesondere Strohblumen und Gräser. Eukalyptus kommt aus Südeuropa, Pampasgras häufig aus Portugal oder Spanien, wo die Klimabedingungen große, gleichmäßige Wedel ermöglichen.
Konservierte Pflanzen, also Pflanzen die nicht getrocknet sondern in Glycerin oder anderen Mitteln behandelt werden, sind ein eigenes Kapitel. Sie behalten ihre Flexibilität und ihr natürliches Erscheinungsbild länger. Wir setzen sie gezielt ein, wo Struktur wichtiger ist als der trockene Charakter.
Das ist keine Einschränkung, sondern eine klare Entscheidung. Frischblumen erfordern andere Logistik, andere Lagerbedingungen und einen anderen Lieferrhythmus. Wir haben uns auf das Handwerk der Trockenblume konzentriert. Diese Spezialisierung macht den Unterschied in der Qualität.